Die Autorin Heidi Haas


„Gießener Allgemeine Zeitung“, 18.08.2012, Dagmar Klein
Geschichten vom Miteinander der Menschen

Heidi Haas legt ihren ersten Band mit Erzählungen vor


Biebertal (dkl) Bereits 2005 ist Heidi Haas mit Gedichten an die Öffentlichkeit getreten. Aktuell sind nun zwölf ihrer Kurzgeschichten erschienen, in der Gießener Edition Kalliope. Alle Geschichten handeln vom Miteinander der Menschen, von Begegnungen, schwierigen Beziehungen und mehr oder weniger glücklichen Lösungen.

 

Die Lust am Schreiben begleitet die Rodheimerin seit mehr als 20 Jahr-en. Anfangs habe sie es für ihre vier, längst erwachsenen Kinder getan, doch im Laufe der Jahre sei es zu-nehmend wichtig geworden, um Erlebtes zu verarbeiten. Es ist ihr ein inneres Bedürfnis, Beo-bachtungen zu notieren, ob im Alltag oder auf Reisen, von denen sie oftmals mit neuen Inspirationen zurückkehrt.

 

Häufig sind ihre Ideen aus Er-zählungen anderer Menschen ge-speist, die sie mit eigenen Erfahr-ungen zu einer Geschichte ver-spinnt und so etwas Eigenes kreiert.

 

Heidi Haas pflegt einen knappen sachlichen Stil. Sie erzählt ganze Familiengeschichten im Zeitraffer oder kleine Begebenheit sensibel und ausführlich.

Leicht oder fröhlich sind die Ge-schichten allerdings nicht, eine ge-wisse Nachdenklichkeit schwingt immer mit, manchmal liegt Schwermut darüber.

 

 

Dennoch gibt es positive Lösungen, wenn etwa vom Loslassen die Rede, vom Überwinden der inneren Schranken, sodass eine Tochter ihren Weg gehen kann.

 

 Im Klappentext erklärt die Autorin, dass sich die Handlungen nicht auf einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Personengruppe be-zieht. Alles ist frei erfunden. Allerdings dürfte die Geschichte zum Blauen Haus, die dem re-spektablen Buch den Titel gab, vor allem Rodheimer an die Auktion in Hof Schmitte erinnern. „Klar, dass die Frage danach als erstes gestellt wird“, sie lacht, „doch inspiriert vom Leben ist doch irgendwie alles“.

Und warum auch nicht, als Mitglied der Kulturinitiative Rodheim hat sie schon mehrfach Texte über Künstler geschrieben, war auch beteiligt an der Entdeckung des Malers und Bauhaus-Schülers René Halkett, der verwandtschaftlichen Beziehungen zur Schmitte hatte.

Einige der Geschichten hat sie schon öffentlich vorgelesen, bei diversen Kulturveranstaltungen, und „sie sind immer gut ange-kommen“ wie sie erzählt. Das habe sie ermutigt, den Schritt des Publizierens zu wagen, auch da sie mit der Edition Kalliope eine gute Begleitung gefunden habe.


Nach „Klänge des Verborgenen“, „Frauenleben im Rodheim des 20. Jahrhunderts“ im Buch „Rodheim im Biebertal“ und „Das Stumme Loch“ in „Der Dünsberg – ein Wald voller Märchen“ sind die Er-zählungen „Die Erben des Blauen Hauses“ ihr viertes literarisches Werk.